"Freak Tessa's" strange, emotional World...

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Eigentlich zu zweit.

Wir wären eigentlich zwei...

und doch bin ich allein.

Denn es fehlt die Eine...

und dennoch fehlt niemand,

denn sie ist immer dabei!

 

Wir wären eigentlich zwei.

Zwei die gemeinsam durch’s Leben gingen,

zwei die gemeinsam Lieder singen,

zwei die gemeinsam lachten.

WIR ZWEI waren’s, die oft Späße machten!

 

Leider fehlt nun Eine...

doch du bist stehts bei mir...

du bist immer dabei.

Dabei, wo ich gehe und stehe...

dabei, wo ich lache und auch Späße mache.

 

In Wahrheit kann uns niemand trennen,

auch wenn’s so aussieht, als wär' ich nun allein...

denn die Eine – DU ist immer dabei!

Wo immer du nun bist - sicher brauchst du Mut.

Meine Gedanken sind bei dir – und das tut mir gut!

 

Tęsknię za tobą. Kocham cię!

Suzanne.

Ihr Name war Suzanne, sie war 14 Jahre jung und ein intelligentes und aufgewecktes junges Mädchen als ich sie kennen lernte.

Doch da gab es etwas, was ihr, seitdem sie denken konnte, arg zusetzte...

Bereits sehr früh bemerkte sie, dass sie anders war, als all' die Anderen. Sie war über alle Maßen emotional, emparthisch, messerscharf in ihren zwischenmenschlichen Analysen, aber über all dies verrannte sich sehr schnell und mit totaler Regelmäßigkeit in alle nur erdenklichen extremsten Gefühlslagen und Emotionen...und das mit unter so sehr, dass, nachdem sie für den Alltag (Schule und Freunde) "abgespult" hatte, sie nur noch weinend und hadernd mit sich selbst und der Welt, in ihrem Zimmer auf dem Bett sitzen konnte.

"Immer dieser Zwang, über alles und jeden tausend mal nachdenken zu müssen - SO LANG, bis man schließlich auch das kleinste Haar in der Suppe entdeckt...", sagte sie einst zu mir. "Aber keiner versteht mich!" fügte sie hinzu.

Ich antwortete ihr prompt und wie aus der sprichtwörtlichen Pistole geschossen: "DOCH...ICH verstehe dich!" Doch mehr als ihr zuzuhören, konnte ich auch nicht tun, weil mich meine eigene, verworrene Welt mit all' meinen Problemen zu sehr in ihren Klauen gefangen hielt...

 

Sie erzählte, ihre Tante sei "schwachsinnig" gewesen, Zeit ihres Lebens in diversen Anstalten "weggesperrt" und immer das schwarze Schaf der Familie gewesen. Sie befürchtete, dass sie dies vererbt bekommen habe, und um nicht wie ihre Tante zu "enden", hielt sie den "schönen" Anschein, ein vollkommen "normaler", gesunder Teenager zu sein, nach außen hin aufrecht. Ihre Eltern hätten für all' dies sowieso kein Verständnis...darüber hinaus bezweifelte sie stark, dass diese sie überhaupt wirklich lieben würden...

 

Mit 15 Jahren wuchs ihr die Gesamtsituation langsam komplett über den Kopf. Sie stürzte sich ins (vermeindlich) "pralle Leben". Am Abend ihres 15 Geburtstages müssten sie ihre Eltern, die von dem komplett aus dem Ruder gelaufenen Besäufnis in der heimischen Garage, gemeinsam mit Freundinnen und Freunden nicht das geringste mitbekommen hatten und letztendlich durch diese alarmiert, Suzanne volltrunken, unfähig zu stehen oder gar zu laufen und kaum ansprechbar ins Krankenhaus fahren. 2,2 Promille - SCHWERE Alkoholvergiftung und kurzzeitige Lebensgefahr.

 

4 Tage musste sie im Krankenhaus bleiben, wurde wieder aufgepeppelt und bei ihrer Rückkehr gab es die Schelte ihres Lebens von ihren Eltern, bei der ihrem Vater zum "krönenden Abschluss" sogar noch die Hand "ausrutschte", was fortan häufiger vorkam...

Sie fühlte sich nun noch weniger verstanden und geliebt. Wäre es ihr doch so wichtig gewesen, von ihren Eltern Aufmerksamkeit und Liebe statt Unverständnis und Schläge zu ernten. Im weiteren wurde dieses "Ereignis", ebenso wie die gewalttätigen Entgleisungen ihres Vaters, nie wieder angesprochen, ja unter den sprichwörtlichen "Teppich der Schande" gekehrt.

Zu jener Zeit lernte sie ihre neue, beste "Freundin", die Rasierklinge, kennen.

Innerhalb weniger Wochen hatte sie ihre Arme derart zerschnitten, das sie auch im Sommer nur noch mit Longsleeves oder Pullis herum lief, um die Wunden und die blutigen Verbände, die diese bedeckten, nicht offen preis geben zu müssen...

 

Sie entwickelte sich mehr und mehr innerhalb kürzester Zeit zu einer Außenseiterin, die in ihrer eigenen, kleinen und zu tiefst traurigen und unverstandenen Welt lebte. Ihre Freunde liefen ihr in Schaaren innerhalb kürzester Zeit davon, denn wer will schon mit so einem "Freak" in Verbindung gebracht werden?

Neue Leute, die sie kennenlernte, stieß sie immer wieder mit ihren verqueren Denkensweisen, paranoiden Vorstellungen und für die Außenwelt nicht nachvollziehbaren Denkens- und Handlungsweisen vor den Kopf.

"Ich bin immer so froh, wieder Anschluss gefunden zu haben, merke aber dann ständig, dass mich die Menschen nicht verstehen und ich ihnen nicht gut tue, ja sie sogar verletze - und das alles meistens vollkommen grundlos...!" sagte sie.

 

Sie widmete sich nun, neben der Rasierklinge auch ihren anderen neuen "Freunden", nämlich den Drogen. Alkoholkonsum war bereits alltäglich geworden und genügte zum Betäuben der seelischen Schmerzen nicht immer aus. Manchmal verstäkte er ihre Verwirrtheit sogar noch. Also mussten andere bewusstseins-erweiternde Substanzen mit anderer und höherer Wirkung her! Ecstasy machte sie euphorisch, LSD ließ sie lustige, bunte Bilder sehen und Shore rauchen ließ es zu, mal sie das Gehirn für einige Stunden komplett ausknipsen konnte.

Also Folge ihres Lebenswandels, der sich NATÜRLICH nicht verheimlichen ließ, flog sie von der Schule und ihre Eltern, die relativ vermögend sind, wollten sie ins Internat stecken. Als Konsequenz daraus büchste sie mit 16 1/2 von zu Hause aus.

Ein halbes Jahr lang lebte sie dann bei mir. Ich versteckte sie vor ihren Eltern und ihrem großen Bruder, der ihr und ihrem Verhalten nun auch noch die Schuld am Auseinanderbrechen der elterlichen Ehe gab. Doch auch ich hatte grade eine sehr schwere Zeit. Ich war, grade mal 18 geworden, erst kurz vorher in meine erste, eigene Wohnung "geflohen", steckte mitten im Abitur und musste, wenn ich nicht in der Schule war, praktisch von morgens bis abend arbeiten, um mein eigenes Leben bestreiten zu können, da ich von meinen "Erzeugern" keine Allmosen annehmen wollte. Deshalb hatte ich kaum Zeit für sie. Sie war zwar nicht mehr dem ständigen Unverständnis ihrer Eltern und ihres Umfeldes ausgesetzt, aber eine wirkliche Hilfe konnte ich ihr leider auch nicht sein...außer dass ich sie "durchfüttern" konnte.

 

Im Gegenteil: Ich bot ihr und ihrem "Treiben"...den Akohol- Drogen- und Sex-Exzessen sogar noch einen festen Standort, denn wer war ICH, mit all' meinen eigenen Problemen, Ausrastern und eigenen Exzessen denn schon, dass ICH ihr Vorschriften machen konnte?!

Einige Wochen nach ihrem 17. Geburtstag eskalierte dann die Situation und ich setzte sie mit samt ihre spärlichen Habseeligkeiten und dem Typen, den sie nach der nächtlichen Sauftour im Schanzenviertel mit nach Hause genommen hatte, vor die Tür, weil dieser Kerl den Satz:" Deine Freundin is' ja schon ne geile...und jetzt bist DU dran!" mit einem beherzten Griff zwischen meine Beine "abrundete".

 

Danach war ein weiteres halbes Jahr Funkstille zwischen uns beiden, aber irgenwann liefen wir uns bei einem Heimspiel des FC St. Pauli über den Weg. Wir beschlossen, das Kriegsbeil zu begraben! Sie erzählte mir, dass sie jetzt einen Freund habe, mit den Drogen umgehen könne und sich grade drum kümmern würde, die Schule weiter zu machen zu können. Auch mit ihren Eltern habe sie wieder Kontakt und in sie würde in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt in einer Wohngruppe problembehafteter Jugendlicher leben...ich war erleichtert...zumal MEIN Leben gerade langsam aber sicher dabei war, VOLLSTÄNDIG aus den Fugen zu geraten. Wie schauten uns das Spiel gemeinsam an und tauschten Handynummern.

Ich beschloss, sie erstmal ihr Leben auf die Reihe bekommen zu lassen und meldete mich in den folgenden 2 Monaten erst mal nicht bei ihr - sie sich aber auch nicht bei mir.

Eines Tages wollte ich sie anrufen, weil ich jemanden zum quatschen brauchte, was mit ihr immer sehr gut möglich war, doch eine Computer-Stimme am anderen Ende der Leitung erwiederte: "Die von ihnen gewählte Nummer ist nicht vergeben!"!

 

Weitere 5 Monate gingen ins Land. Suzanne war wie vom Erdboden verschluck!

Eines Tages flattere mir ein Brief ins Haus. Er war von Suzanne's Eltern und mir wurde in knappen, emotionslosen Sätzen mitgeteilt, dass Susanne in ihrem ABSCHIEDSBRIEF den Wunsch geäußert habe, dass ich bei ihrer Beerdingung dabei sein sollte.

 

Ihr Freund hatte mit ihr Schluss gemacht, sie war wegen ihreres Lebensstils aus der Wohngruppe geschmissen worden, wohnte einige Wochen wieder zu Hause, büchste dort WIEDER aus, flog erneut von der Schule und lebte die letzten 2 Monate ihres Lebens auf der Straße.

Irgendwann entschied sie sich dann für eine Whisky-Antidepressiva-Kombination, um unter ihr unverstandenes und blutjunges Leben einen endgültigen Schlußstrich zu ziehen...

Mir ist bis heute nicht begreiflich, warum ich sie in diesen letzten Monaten ihres Lebens nicht EINMAL begegnet bin, zumal ich zu jener Zeit selbst eine rastlose "Rumtreiberin" gewesen bin. Aber hätte ich etwas ändern oder gar verhindern können? Vermutlich nicht.

Auf ihrer Beerdigung war ich nicht. Das bereuhe ich heute zutiefst, aber damals konnte ich das einfach nicht...

...aber SUZANNE festigte in mir den aufkeimenden Enschluss, Psychologie zu studieren, um seelisch kranken Menschen, wie sie einer war, zukünftig zu helfen!

 

Ich habe mir jetzt jedes Jahr zu ihrem Todestag vorgenommen, mir diese Zeilen von der Seele zu schreiben, es aber nie geschafft...erst JETZT fühle mich mich stark genug dazu. Was lange währt, währt...

Jahrelang konnte ich nur weinen, wenn ich an dich gedacht habe, inzwischen habe ich ein Lächeln auf den Lippen, weil ich die Gelegenheit hatte, dich kennen lernen zu können!

 

ICH kämpfe weiter...auch für DICH! :)

 

Mach's gut, Suze...Kocham cię i tęsknię za tobą! Mam nadzieję, że lepiej teraz, gdziekolwiek jesteś!

 

 

In loving memory: Suzanne *11.01.1988 - †26.08.2005

 

Die Zeit anhalten.

Mensch, du hast die Uhr erfunden,

doch die Zeit du kannst nicht anhalten.

 

Es verrinnen schnell die Stunden,

keine Pause lässt sich schalten.

Die Zeit, sie läuft auch ohne Uhren,

hat eine ungeheure Macht.

Hinterlässt so manche Spuren,

ständig, am Tage und bei Nacht.

Was du auch tust, sie bleibt nicht stehen,

auch nicht mit List und Phantasie.

Zeit wird immer vorwärts gehen,

rastlos, -zu stoppen ist sie nie.

Wer bist du?

Wer bist du, dass ich so oft wegen Dir erröte?

Wer bist du, dass Du mich interessant erscheinen lässt?

Wer bist du, dass ich fast verrückt werde, wenn ich mit Dir rede?

Wer bist du, dass ich wegen dir so oft lache?

Wer bist du, dass ich jede Minute stärker werde?

Wer bist du, dass ich glaube, jemand Besonderes gefunden zu haben?

Wer bist du, dass ich jeden einzelnen Tag an meinem Ziel festhalte?

Wer bist du, dass ich schlechte Gedanken ignorieren kann?

 

 

Vertrieben.

Vertrieben wurden sie und mussten fort,

aus ihrem heiss geliebten Heimatort.

 

Würd’ gern helfen, zu vermeiden,

diese Seuche zu vertreiben

Menschen müssen doch versteh´ n,

dass nicht sein kann, das Winde alles verweh’n.

 

Elend, Hunger und auch Leid,

niemand ist davor gefeit.

 

Nicht Verachtung für den Menschen,

sondern an die Leidenden denken.

Es darf nie mehr wieder sein,

dass diese Menschen sind allein.

 

Innere Zweitstimme.

Mein Freund, die innere Stimme räuspert sich,

versucht, mir dringend etwas mitzuteilen.

 

Hustet verlegen, stotternd bringt sie 's nicht,

sich mit der Botschaft zu beeilen.

 

Und schon stürtze ich, leicht und unbesonnen,

in neue, lockende Abenteuer mich hinein.

 

Erkenntnis gewonnen, Vorsätze zerronnen...

 

Die innere Stimme hat verloren, ach wie fein...

...nur nachher dröhnt es, klingt es in mir allein:

 

"Lass das lieber sein!"

 

Darum habe ich Geduld und warte, was sie sagen will...

...horche und halte einen Moment lang still.

 

Aber genau DANN sagt sie nichts...

...bleibt stumm und still. 

Alte Zeiten.

Wieder sind alte Zeiten

in den Träumen mir präsent.

Spiegeln sich in bunten Bildern,

völlig wirr in meinem Kopf.

 

Ich mag es dir nicht schildern,

sondern greife Zukunft nun beim Schopf.

 

Was du fühlst, was dich berührt,

ist das, was dich verführt.

 

Die Zeit kann viel erzählen,

lässt dich aus Fehlern lernen, oder will...

 

...dich einfach nur quälen.

Unterdrückte Gefühle.

Sie mit coolen Worten hinunterschlucken.

Sie mit Gelassenheit überspielen.

Sie durch Gefühlslosigkeit verdrängen.

Sie durch Nichtachtung verwahrlosen lassen.

Sie im Körper einmotten.

Sie einfach vergessen.

Sie einfach ignorieren.

Sie nicht leben lassen.

 

Sie - das sind meine Gefühle.

 

Träume.

Träume sind Schäume, 

so sagt man allgemein.

Doch Träume geben Räume,

um einmal ganz du selbst zu sein.

 

Träume geben dir die Kraft,

sie lassen dich erleben,

was du nimmer schaffst.

Und auch Hoffnung sie dir geben.

 

Träume sind ein sicherer Ort,

Gefühle zu genießen.

Und selbst wenn du aufgewacht,

werden sie dir den Tag versüßen.

 

Lass dir nicht die Träume rauben,

halte stets an ihnen fest.

Du sollst immer daran glauben,

ein Traum sich meist erfüllen lässt.

 

Träume nicht dein Leben,

sondern lebe deinen Traum!

Nur lasse auch der Wirklichkeit

unbedingt genügend Raum.

 

Vertrauen.

Dir vertrauen, dich erleben,

sag mir welchen Platz,

hab' ich in Deinem Leben?

Ich hoff', ich bin dein Schatz.

 

Magst du mich am End' gar nur,

dann versuch' sie zu vermeiden,

die vertraute Herzschmerz-Tortour,

wir beide werden sonst nur leiden.

 

Meine Gefühle sind dir längst bekannt,

aber beschließt du doch zu gehen,

so wird mein Herz gewiss verbrannt,

um rasch die Asche zu dir hin zu wehen.

 

Ich will mein Herz dir schenken,

widme dir auch noch dies Gedicht,

stehts solltest du hierbei bedenken,

wie schnell es reisst und bricht.

Lebenssehnsucht.

Ich sehne mich nach...Freiheit.

 

Ich sehne mich nach...dem Himmel.

Ich sehne mich nach...einem Ausweg.

Ich sehne mich nach...Mut es zu vollenden.

Ich sehne mich nach...Nähe zu Dir.

Ich sehne mich nach...Rettung.

 Ich sehne mich nach...dem Leben.

Schließ die Augen.

Schließ die Augen...lieg' am Strand.

 

In Italien...auf weichem Sand.

Träum von Urlaub,

Sand und Meer.

 

Von netten Menschen,

schönen Städten...

was will man mehr.

Landschaft...

wie von Künslerhand gemalt...

Sonne, die vom Himmel strahlt.

 

Urlaubszeit...

einfach bei dir sein.

So schön...

schenk' mir Leben ein.

Träum von Tagen,

die nie vergehn...

in Gedanken

wirst du sie immer sehn.

Ratlos.

 

Ich gehe durch die leeren Straßen...

seh zum Himmel hinauf.

 

Es ist düster, alles ist grau...

in meinem Kopf 1000 Fragen...

warum ist das Leben so?

 

Meine Seele zerrüttet,

mein Herz trägt tiefe Narben...

verlassen, verletzt, zerstört.

 

Immer und immer wieder...

warum trifft es mich?

 

Bin ich es nicht wert, geliebt zu werden...

warum versucht niemand mich zu verstehen?

 

Ratlos. 

 

Tränen der Verzweiflung...

niemand hört mich.

 

Innere Leere, Hoffnung verbannt...

wieder ganz unten, weg...

einfach nur weg.

 

Doch wohin?

 

Gibt es einen besseren Ort?

 

Der Glaube daran ist schwach...

so soll es sein?

 

Das ist das Leben?

 

Ratlos!

Gedankenverloren.

 

Gedankenverlorenheit ist in unserer hektischen Zeit ein echter Luxus, den man sich gelegentlich einfach 'mal gönnen sollte. Heute war ich, z.B. mal wieder sehr verträumt unterwegs und nur bedingt aufnahmefähig. Als ich dann an der Kasse des Supermarktes bezahlen sollte und der Kassierer mir "Das macht 23,49€"! mit einem Gesicht, das den Anschein vermittelte, dass er jederzeit zum töten bereit sei, genervt entgegen nuschelte, erdreisteste ich mich, einfach mal einige Sekunden mit einer Reaktion meinerseits zu warten...erst mal nicht prompt das Portemonaie zu zucken, sondern ihn statt dessen ganz bewusst 5 Sekunden lang, lächelnder weise ein Loch in die Luft zu starren. Wie bereits schon eben erwähnt, war das mir selbst steckte Ziel 5 Sekunden...wenn ich denn mal so weit gekommen wäre, was ich nicht bin. Bereits nach 2-3 Sekunden verlieh der Kassierer seiner Forderung nach 23,49€ mit einem energischen Tonfall Nachdruck. Dies wiederum bewegte mich dazu, die innere 5-Sekunden-Uhr wieder zu resetten, was dann auch bei den Menschen hinter mir in der Schlange relativ wenig Zuspruch fand.

 

"Junge Frau, ich hab's eilig! Könnten sie vielleicht heute noch bezahlen???" frug eine ältere Dame...eine vom Typ "Quärolant/in", der/die erst meckert, wenn's vor ihr/ihm nicht schnell genug geht, aber dann ihren Einkauf in Höhe von 4,29€ mit 1,2- und 5-Cent-Stücken bezahlen will...DANN aber, dabei die Ruhe selbst ist.

Ich muss gestehen, dass es mir durchaus eine innere Genugtuung war, sie und den Kassierer warten zu lassen, denn unsere heutige Zeit is einfach viel zu hektisch!

 

Entschleunigung ist das Zauberwort als Gegenmittel...und am heutigen Tage war mir einfach danach, die Aussenwelt um mich herum ein wenig zu entschleunigen. Vielleicht werden die beiden irgendwann begreifen, dass sie von mir ganz bewusst am heutigen Tage ausgebremst wurden u. zur Langsamkeit gezwungen wurden. Langsamkeit bedeutet ein Stück weit auch Lebensqualität, denn einfach mal den Gang raus nehmen macht das Leben erst erträglich...und ist es nicht das, was wir alle vom Leben verlangen...das es erträglich ist?

Generation Facebook.

Kaum die Augen geöffnet, hechten wir noch mit dem üblen Hunger - Mundgeruch behaftet, dem Brand vom saufen in der Nacht zuvor und in gammeligen Schlafkamotten, komplett derangiert an den PC...gepinkelt wird später...man muss halt Prioritäten setzen!!! Wir können es kaum erwarten, bis die Kiste hochgefahren hat und ENDLICH eine Internet - Verbindung hergestellt ist. "Verdammt...warum läd' firefox nicht schneller...AH...JETZT...!" Und wofür das alles??? Für ein kleines, rotes Fähnchen, das uns bei "Benachrichtigungen" so einladend entgegen blitzt! Dann, beim anklicken wird von einem flüchtigen Bekannten, den man noch nicht mal im "Real-Life" kennt, die elementare Frage des Lebens gestellt: "alles klar?" Ist es nicht ein TOLLES Zeitalter in dem wir leben? In dem Belangloses wie eine Solitär-Pflanze in den Mittelpunkt rückt, wir jedem der nicht bei 3 auf dem Baum ist, mitteilen WAS wir WANN und WO mit WEM grade machen, Privatsphäre tendentiell eher unerwünscht ist und wir den eigentlichen Sinn des Lebens langsam aber sicher aus den Augen verlieren? Was würde Facebook wohl zu diesem Gedankengang sagen? Ah ja...jetzt fällt's mir ein: "gefällt mir"!

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